Austrian Dynamite

4.Tag: Internet und Wellen!!!! So oder so, es lässt sich auf jeden Fall mal surfen.

Waschmaschine. Tja, das hatte ich so schnell nicht kommen sehen, worauf ich auch gleich mal ordentlich durch gewaschen wurde (ist schon ein erhabenes Gefühl wenn einem 3 Stunden danach noch Salzwasser aus der Nase läuft).

Irgendwie war das nicht mein Tag. Jetzt ist es endlich soweit und ich stelle mich so patschert an, falle ständig runter, oder erwische die Welle nicht weil ich zu langsam bin. Tja das Los ist hart, wenn man so cool ist und das warten mit Bier saufen verbringt als brav Stand-Ups zu üben, oder paddeln zu gehen und zu allem Überfluss verfängt sich meine große Zehe in der Leash. (Leine Bein zu Surfboard, dass dieses nicht verloren geht und man immer eine Schwimmhilfe hat) Ich finde keinen guten Halt, entschließe mich daher ins Wasser zu springen, im selben Moment jagt eine richtig starke Welle das Brett gegen den Strand und mein Zeh, ja der ist gefangen in einer Leashschlinge. Ja klingt lecker und ist auch wirklich mit dem größtmöglichen Todesschmerz, den so ein großer Zeh auch ausstrahlen kann, verbunden. Ärger macht sich in mir breit und es ist einer dieser Kippmomente, Pfeif drauf, morgen ist auch noch ein Tag und ich bin noch 2 Monate unterwegs. Pah!!! Wer das von mir denkt, kann mich nicht kennen, weiter geht es natürlich, denn nur die Harten kommen in den Garten und die Härteren auf die Gärtnerin! So angestachelt ist es dann doch noch eine gute Session geworden und die Mühen wurden belohnt. Ich schaffte zum ersten Mal in dieser Woche einen sauberen Rechtsturn und konnte mit der Hand in die nicht wirklich große aber für mich anspruchsvolle Welle greifen, was für ein Gefühl! Ich kämpfe noch 2 Stunden mit mir und den Wellen und bin einfach happy. Ein fetter Grinser ziert mich jetzt und am liebsten würde ich mich mit Kelly S. vorstellen, zufrieden nehme ich das Surfboard unterm Arm, zieh mir die Flip Flops an und marschiere die Düne rauf um mit dem Skateboard nachhause zu fahren.

Hört sich gut an? Ja! Ist es gut? NEIN! Mein Tag war noch nicht zu Ende.

Es stellt sich heraus, dass Düne runter skaten keine gute Entscheidung ist, vor allem wenn man die Fakten zusammenfasst.

Die Fakten: 2,20m Surfbrett unterm linken Arm; nassen ca. 5kg schweren Neopren Anzug im rechten Arm; 32cm langes Skateboard auf dem man sich eine 300m lange Düne mit einer Neigung von ca. 13% runter bewegt + heiße Flip Flops.

Klarerweise wurden in meiner unnachahmlich narzisstischen Art all diese Anzeichen übergangen. Nachdem ich auf das Skateboard stieg und durch mein davor gewonnenes Ego, zu einer unglaublichen Fusion von Kelly Slater und Tony Hawk mutiert, rolle ich den Berg runter.

Da ich wider der Tatsachen doch an meinem Leben hänge, entschließe ich mich zu bremsen, aber erst nachdem ich bei den beiden Bikinigirls mit einem Tempo vorbeiziehe, dass das Hoserl flattert, man muss ja schließlich Haltung bewahren. Im nachhinein muss ich gestehen es war nicht Bewunderung für meine unglaubliche Coolheit, die aus den Augen der Beiden sprach, was ich kurz verwechselt hatte, sie wussten einfach schon vor mir, dass sie mir beim Sterben zusehen werden.

OK, alles soweit schon schlimm genug, doch dann leitete ich das Bremsmanöver ein, nichts ahnend dass mein Brems- Flip Flop der davor ungefähr 10 Stunden im glühend heißen Sand gelegen hat, nicht seine ursprünglichen Materialeigenschaften behalten wird. So kam es, dass sich die Sohle löste und ich mit der schon davor ramponierten Zehe und diversen französischen Büschen bremste und mich danach mit der Eleganz eines Schneeleoparden abrollte. Schöner ausgedrückt, ich hab die mörder Brezn grissen, 2 mal überschlagen und schließlich in irgendeiner stecherten Stauden verfangen.

STILLE

Naja, hab dann alles nur nicht zur Zehe geschaut, abgeputzt, aufgestanden, Sachen aufgehoben, Augenzeugen angegrinst, kurz gesagt: “Haha, Austrian Dynamite!”

TOBENDER APPLAUS

20 Meter

bis zur nächsten Ecke die Zähne zusammen gebissen, dahinter gestorben.

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