Reise nach Pamplona

5.Juli., Tag 15:

Von Mimizan ist man relativ flott in Pamplona, deswegen entschließe ich mich noch auf einen Stop in Hossegor, Station der ASP Tour (Association of Surfing Professionals). Hossegor ist echt cool, vergleichbar mit unseren Skiorten wie Schladming, nur eben auf Surfen ausgerichtet. Es ist alles extrem relaxt und so bummel ich durch diverse Outlets, schlage bei einem Billabong-Bademantel- Poncho zu (ich liebe dieses Ding) und folge dem Tipp des Verkäufers, der nachdem mein Magen relativ laut geknurrt hatte, mir eine echt cooles Restaurant empfahl. 13,50€, für ein extrem gutes Dreigänge Menü mit einem ¼ l Rosé, 1 l Wasser und Kaffee, ist Top. Ich schnapp mir noch ein Eis, beobachte die Wellen und muss mir eingestehen, um hier zu surfen habe ich noch nicht genug Erfahrung.

Da ich keine Eile habe wähle ich eine Route fern ab von Autobahnen, diese Seite von Frankreich ist wunderschön , ich denke, ich habe mit Frankreich und auch seinen Einwohnern  Frieden gefunden, nachdem ich durch meine zahlreichen Paris besuche, einen doch sehr negativen eindruck hatte, was Land und Leute betraf.

Die Landschaft ändert sich je mehr ich nach Spanien komme, es wird hügelig, nachdem ich San Sebastian passiert habe wird es bergig und wahnsinnig grün. Begleitet vom Gefühl, ich reise durch die Steiermark, fahre ich durch Schluchten, Tunnel und grüne Wälder, diese Seite von Spanien kannte ich noch nicht, ich mache kurz rast in der Region Navarra, um den Ausblick zu genießen und habe wahnsinniges Glück und gleichzeitig Pech, es landet ein Lämmergeier ca. 10m vor mir. Doch meine Kamera ist im Auto und wie ich mich bewege um sie zu holen, fliegt er wieder weiter. Je mehr ich in die Nähe Pamplonas komme, umso karger wird die Landschaft wieder, auch in meinem Kopf spielt sich einiges ab, ich denke mir, ok, es wird real.

Ich checke im Hostel ein, dabei wird mir die traditionelle Kleidung überreicht und gesagt ich soll um 9, also in einer Stunde, vor der Rezeption sein, man gehe gemeinsam ein bisschen feiern. Während ich meine Sachen auspacke bekomme ich langsam ein mulmiges Gefühl, verdammt was mach ich eigentlich? Was erwartet mich eigentlich? Kurz vor 9 gehe ich zum Treffpunkt. Auf den Stiegen hocken schon viele junge Männer, einer davon spricht mich an, er ist aus Kanada, zwei weitere steigen ein und stellen sich als Australier vor, sowie ein Mädel aus New York. Offensichtlich geht es jedem wie mir, man weiß einfach nicht was kommt und ist dementsprechend angespannt. Eine junge, aber riesige Russin (Olga, wie sonst?) ist unser Guide,  und führt uns in die Innenstadt, sie ist schon relativ gut betrunken und kommt deswegen recht inkompetent rüber. Nach weiteren Gesprächen stellt sich heraus, dass ich der einzige Europäer in der Gruppe bin, da hier Namen egal, beziehungsweise aus, ich nehme an Selbstschutz, alles recht Oberflächlich ist, werde ich nur Vienna gerufen. Nach ein paar Bier in einer Tapas- Bar, gehen wir zu einer Homeparty weiter zu der wir, von einem Engländer, der hier eine Akademie leitet, eingeladen sind. Es wird sich ganz nett Unterhalten, viel getrunken und der Akademieleiter baut jedem der gerne möchte zur Beruhigung einen Jolly. Meiner Meinung nach nicht so schlau, sich 2 Tage vor einem Event bei dem Reflexe und gute Körperbeherrschung zählen um-zuschießen. Morgen beginnt außerdem die Eröffnungszeremonie und ich denke da wird noch genug gefeiert werden, deswegen belasse ich es bei einem Bier und versuche den Weg zurück zum Hostel zu finden, was ich, nach nur 2 Stunden suchen, auch geschafft habe.

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