Porto

Jeden Tag surfen ist auch ein geregeltes Leben!?

1 Monat ist mittlerweile um, die Zeit fängt an zu rasen, ich muss ehrlich gestehen, ich fühle mich gestresst! Klingt komisch ist aber so. Ich komme kaum mehr zum Schreiben, denn entweder funktioniert das Internet nicht oder ich bin unterwegs.  Fast jeden Tag 7:30 Tagwache und bis 16:30 manchmal 19:00 oder später an den Strand, danach Sightseeing, Party; irgendwo dazwischen Essen; und viel, viel reden, noch mehr lachen. Momentan bin ich auch in relativ großen, pulsierenden Städten, die mir wirklich sehr zusagen, es ist irgendwie

eigenartig, ich verstehe kaum portugiesisch (OK, gar nicht), finde auch das Portugal Landschaftlich zwar schön ist, aber jetzt nicht überragend Traumhaft. Auch das Essen pendelt zwischen genial und bist deppert ist das grauslich, aber doch ist da was. Etwas das mich fesselt, die Städte Porto und Lissabon haben Charakter. Sie sind sauber und abgefuckt zugleich, diese Symbiose aus unbewohnbaren Ruinen, dann wieder Villen aus den 20er Jahren, neben Architektonischen Wunderwerken der Moderne, plötzlich die an Brasilianische Favelas erinnernden Gebäude entlang der Hügelketten, riesige, schöne Brücken bei den Flüssen

Douro und Tejo. Das nenne ich Landschafts-Architektonische Anarchie. Trotzdem passend, sehr ansprechend, viele Farben. Da ist allerdings noch mehr und nach langem hin und her überlegen, weiß ich auch was, es ist der Geruch! Portugal riecht einfach unglaublich gut. Es ist schwer zu beschreiben, als ich jedoch von der Spanischen Grenze nach Portugal fuhr, übersah ich das Grenzschild,

so wie mir der Wind durchs geöffnete Fenster in die Nase blies sagte ich zu mir selbst:“Ah, Portugal!“ Um jetzt keine Blödheiten aufkommen zu lassen, der Geruch erinnert mich irgendwie an ein altes Wein Fass: harzig, nussig, modrig, ein wenig herb, wie gesagt

sehr, sehr gut.

Habe deine Augen offen, während deiner Reise und schau dich um – du wirst überrascht sein was du alles entdeckst – XAVIER ROSSET

Nebenbei kann ich nur jedem das Reisen per Auto empfehlen, denn man riecht nicht nur, man sieht auch unglaublich viel. Das Landschaftsbild ändert sich oft so schnell und stark. Es wirkt für mich als fremder, manchmal sehr heimisch, dann wieder wie von einem anderen Planeten.  Oft sind es  Kleinigkeiten die mich sehr beeindrucken. Diese Details gibt es überall und sind für jeden sehr verschieden, man kann sie aber nur erkennen wenn man mit offenen Augen lebt und sie mit der geistigen Kamera einfängt.

Zurück zum Stress. Ja ich habe ja spaß, aber auch kaum eine Minute für mich alleine. Ich möchte mich nicht beschwerden, aber das hätte ich zu Beginn meiner Reise nicht erwartet. Ich habe in einem Bild die Flaggen zusammen gestellt, von all jenen Ländern, aus denen ich schon die Freude hatte Leute kennen zu lernen und teilweise neue Freunde zu gewinnen. Unglaublich, auf diesem Trip lerne ich ausschließlich gute Leute kennen. Alle sind ausgesprochen nett zu mir und ich muss ehrlich sagen, oft hat man ja, beziehungsweise, hatte ich, durch Medien und andere Einflüsse extreme Vorurteile, die komplett weggeblasen wurden. Es zählt einfach nur der Mensch, Arschloch ist Arschloch , egal woher er/sie ist. Wirklich zu jeder einzelnen dieser 25 Flaggen könnte ich mindestens eine lustige Geschichte erzählen, locker aus dem Handgelenk. Aber da das den Rahmen sprengen würde und ihr sowieso wisst, dass ich den shit rocke , lass ich es lieber. Auch möchte ich nicht mein ganzes Pulver verschießen, denn ichmuss ja schließlich noch was spannendes und witziges erzählen können wenn ich zurück bin. Stattdessen möchte ich mich bei ein paar Personen mal bedanken. Ich finde es ist nach einem Monat on Tour mal Zeit zu sagen: „Ich habe euch nicht vergessen und ich vermisse euch!“ Es gibt viele tolle Momente zuhause wo ich es mir sehr, sehr, auf gut wienerisch, „fäul“ nichtdaheim zu sein. Momente wie: Mein lieber, guter Freund Poppi, ist Vater eines kleinen Burschen geworden, ein strammer Stammhalter namens Arthur (Mein Freund überleg dir doch nochmal Rian Stecken 😉 ) ; Mein zukünftiger WG- Genosse und Freund Philipp/Pippo/ SnoopPi hat ganz ohne mich die neue Wohnung bezogen und auch den Großteil meiner Möbel hingeschleppt (Die, die meinen Glastisch kannten, eine unmenschliche Leistung); Mein Freund und asiatischer Glücksdrache Chao ist nun offiziell Dr. Med. (sehr stark; Herzlichen Glückwunsch); Berni der radelt sich die Wadeln stramm und spult jede Woche hunderte Kilometer mit dem Rad ab, zumindest hin und wieder würde ich dich gerne begleiten (Super Blogg http://radlwahn.tumblr.com/), mein Vater kam wegen einer Gehirnblutung ins Krankenhaus (Gute Besserung, ich hab dich lieb); Ich vermisse es mit Steini Schach zu spielen und Tee zu trinken, mit Martin depperte Sprüche zu klopfen, bei Flo und Maggie zu frühstücken (und mittlerweile ist auch der kleine Laurenz dabei), mit Peter um die Häuser zu ziehen und zwischen ihm und Lisa mit einem mordsdrum Kater aufzuwachen, mit den Lipis zum Motocross-Rennen zu fahren, mit meinen Mädels Miri, Raffi und Inessa zu telefonieren, oder mit Julian bis in die Morgenstunden Playstation zu spielen, mit meinem kleinen Bruder unsere Mutter zu ärgern und trotzdem gutes Essen bei ihr und Kurt zu bekommen. Generell jeder weiß, was ich für ein Mama Bua bin. „Mama ich hab dich lieb, ich vermiss dich!“ Auch bei meiner Tante auf einen Kaffee vorbei zu schauen um zu plaudern, oder ein gutes Glas Wein mit Familie Loimer/Gillinger auch das geht mir ab und ja selbst beim ORF hackeln und Spiele-Abende bei Mani und Kuni vermiss ich, genauso wie Singstarabende bei Gabi, mit Fredi, Lisa und Konsorten (und das heißt was ;)), genauso wie das Kickbox oder Fußballtraining und vor allem meinen Lieblingshappel Ösi. Aber es sind nicht nur Momente, es sind die Menschen mit denen ich diese Momente erleben darf, ich  bin glücklich solche Freunde und so eine Familie, so eine Heimat, zu haben, durch euch alle bin ich, ich.

Außerdem möchte ich mich auch noch außertourlich bei jemanden bedanken, jemanden der keine Miene verzieht weil ich 2 Monate weg bin, mich auch nicht regelmäßig melde und wie selbstverständlich meinen selbst gezogenen Pfefferoni hegt und pflegt. Jemand der sich ständig um mich sorgt, jemanden bei dem ich sämtliche Feiern aufgrund meiner Reise verpasse, jemand der sich jetzt offiziell Bachelor nennen darf und meinem einzigen Kontakt zur Heimat darstellt. Meinem guten Freund Jackson Mumbut Manduso dem Masai aus Kenia.

Nein, ich spreche natürlich von meiner Freundin Johanna, ich liebe dich und ich kann es kaum erwarten dich wieder in die Arme zu schließen, du bist die Beste, danke für deine Unterstützung, dein Vertrauen!  Fühle dich geküsst, du bist mein Zuhause und dafür bin ich dir sehr dankbar.

Vergesst mich nicht, denn ich komme wieder, alles Liebe euer Gschichtldrucker!

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