Ich sehe den Mond

San Sebastian

Nach einer langen Nacht im LOPEN (Szenetreff) um 6 Uhr waschelnass aufgewacht. Es gibt hier wie schon berichtet recht kurze aber sehr heftige Sommergwitter, “es schüttet” hat hier echt seine Berechtigung. Naja und da ich nur den Wellenplan auf www.magicseaweed.com gecheckt und mich aber nicht über das Wetter am nächsten Tag informiert habe, befand ich es als ganz nette Idee mal unterm Sternenzelt einzuschlafen. Die Hängematte in der mich eine sanfte Priese in den schlaf geschaukelt hatte, entpuppte sich aber auch als perfekte Badewanne, GEIL. Da ich schon wach und auf natürliche Weise gesäubert war, Pfiff ich aufs Frühstück, rein in den Wetsuit und runter zum Ozean. Gute Bedingungen nur mal wieder OnShore- Wind, egal für mich reichts alle mal.

Kurzer Powernap, denn heute ging es nach San Sebastian, aber leider nur kurz! Da gestört durch ein normalerweises recht süßes, italienisch, deutsches Mädchen, die ihre Mutter anschrieh: “ Gib das Brötchen her Mama! Mama das ist mein Brötchen! Ich hau dir voll auf die Fresse Mama!” Herrlich Kinder in kombination mit antiauthoritärer Erziehung.

Also es ging mit dem Bus nach San Sebastian, das Surfer El Dorado in Spanien, wo angeblich die wildesten Partys von den coolsten Typen gefeiert werden, wo die schmackhaftesten Tapas zu finden sind und an jeder Ecke Sau günstig Gras, ähm, grüne Souvenir Päckchen für die Lieben daheim, verkauft wird. Meine schweizer Freunde schlugen hier ordentlich zu, ich zeigte Verständnis, denn vermutlich litten die Großeltern der beiden, bedingt durch das ständig kalte Klima in der Schweiz und die ungute Höhenluft an sehr starkem Rheuma. Jeder weiß, das Gesundheitswesen der Schweiz…, die kämpfen ja auch mit dem Rotz dort drüben.

Unsere Guides führten uns, einen steilen Pfad hinauf, auf einen Berg von dem aus, man wunderbar den Hafen der Stadt überblickt. Hier machen wir eine längere Pause, nicht weil wir konditionell ausgepowert waren, sondern die 1,5l Captain Morgan Flasche, welche zu siebent als Wegzerrung genutzt wurde, leer war. In weiser Voraussicht hatte ich zuvor Bier für alle gekauft und einem Aufruhr konnte somit gerade noch entegegen gewirkt werden. Jetzt konnte entspannt werden, wir genossen den Sonnenuntergang und sahen vergnügt zu wie ein Sandler mit 2 Möwen kämpfte, die er davor noch gefüttert hatte.

Mit der einbrechenden Dunkelheit beschlossen wir die Clubs und Bars der Stadt unsicher zu machen. Es wurde ein Zeit- sowie Treffpunkt ausgemacht und es wurde erklärt diese unbedingt einzuhalten, da hohe Bußgelder und nur kurze Zeitfenster hier Usus sind.

Tja normalerweise eine Angelegenheit für mich, diesen Bus zu verpassen. Doch da mir meine Mutter vor der Abreise ordentlich ins Gewissen geredet hat und gesagt hat: „Reiß dich zamm, hörst?!“ Hörte ich auch.

Aber,

nachdem ordentlich gefeiert wurde, alles dokumentiert durch die GoPro am Kopf, fand ich mich Ordnungsgemäß im Bus ein. Busfahrer Bernhard aus Norddeutschland, eigentlich eine Seele von einem Mann, schon sehr nach Fassung ringend, da einige andere unter gelächter permanent durch den Bus schrien: „BERNHARD ISCH MUS REIERN ! BERNHARD DREH DIE MUSIK LAUTER! BERNHARD MIR IS SCHLEEECHT!“ In all dem Wirr Warr in dem ich mich als kompletten Ruhepol empfand, merkte ich sofort, dass einer der Schweizer fehlte. Pflichtbewusst teilte ich es unserem Reisleiter mit, dass wir noch nicht fahren konnten, da noch einer fehlte. Dieser war jedoch beschäftigt guten Eindruck bei irgendeiner vorbeilaufenden Schülerin zu hinterlassen, indem er ihr mitteilte wie Geil sie nicht sei. Als Bernhard schon zum drittenmal ansetzte und in dieser unnachahmlichen Art: „ Jut, dann fahr ma maal looooos“ sagte. Verstärkte ich den Druck auf die mittlerweile zwei, sich gegenseitig stützenden Reiseleiter, nicht los zu fahren.

„WAT’N LOS DIGGER; Du bist hier der Einzige der Probleme macht, sei ruhig jetzt, sonst schmeißen wir dich aus dem Camp!“ – Kein Problem – „Wir sagen es Ole (Campleiter)“ – Äh ja, du kannst auch gern meine Mutter anrufen, wenn du möchtest, du Pfosten –  lange rede kurzer Sinn, ich so loyal wie ein Hund verließ den Bus zusammen mit dem zweiten Schweizer Craig und Nadine aus Deutschland, lässt sich am besten mit hart, aber herzlich beschreiben, der Vielleicht-Freundin von Timo. Ja und da standen wir nun, das damische Trio, um zwei Uhr in der Früh, in Spanien auf der Suche nach Sandro dem anderen Schweizer. Dank Handy und unserer unglaublich ergänzenden Dreiländermentalität funktionierte das finden relativ flott, beziehungsweise wurde Sandro mit Dialogen die in die Geschichte eingehen zu uns gelotst.

Meine Highlights:       Wo bist du? – Ja, ich seh den Mond.

Die spanischen Polizisten wollten mir nicht helfen! – Du hast sie auch auf Französisch nach dem Weg gefragt.

Nachdem wir auch ein Taxi gefunden hatten, dass uns zurück nach Frankreich fuhr, kann dieser Tag als erfolgreich abgeschlossen werden.

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